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WSI: Ausbildungsvergütungen: Regionale Unterschiede bis zu 299 Euro im Monat

Seit Jahren sind die beliebtesten Ausbildungsberufe in Deutschland immer die gleichen: Bei jungen Frauen sind es vor allem kaufmännische Berufe im Büromanagement und Einzelhandel sowie Verkäuferin und medizinische Fachangestellte. Bei den Ausbildungsvergütungen spreizen sich die Euro-Beträge, auch im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Bei jungen Männern stehen hingegen Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Industriemechaniker sowie Einzelhandelskaufmann ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Für die konkrete Wahl des Ausbildungsplatzes spielt neben dem inhaltlichen Interesse auch die Höhe der Ausbildungsvergütung eine wichtige Rolle.

Die tarifvertraglich geregelten Ausbildungsvergütungen fallen je nach Branche und Ausbildungsjahr sehr unterschiedlich aus. Die Spannbreite reicht von 570 Euro im Kfz-Handwerk Thüringen im 1. Ausbildungsjahr bis zu 1.580 Euro im westdeutschen Bauhauptgewerbe im 4. Ausbildungsjahr. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung von Tarifverträgen in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen hervor, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf vorlegt.

Für das 1. Ausbildungsjahr lassen sich drei Gruppen (höchste, mittlere und niedrige Ausbildungsvergütungen) unterscheiden. Im Rahmen der zweiten Gruppe rangiert – neben Textilindustrie und Einzelhandel - das Hotel- und Gaststättengewerbe mit Ausbildungsvergütungen zwischen 700 und 900 Euro.

Bundeseinheitliche Tarifregelungen zu den Ausbildungsvergütungen gibt es nur in wenigen Branchen, wie z. B. bei Banken und Versicherungen, dem Öffentlichen Dienst, der Druckindustrie oder der Deutschen Bahn. Alle anderen Tarifbereiche weisen zum Teil beträchtliche regionale Unterschiede auf.

Legt man das 3. Ausbildungsjahr zugrunde, so liegen die regionalen Differenzen bei den monatlichen Ausbildungsvergütungen beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe bei insgesamt 270 Euro: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 680 Euro, in Bayern dagegen 950 Euro.

Das WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung bietet zu den Ausbildungsvergütungen einen Online-Service an: Für 27 Wirtschaftszweige und Tarifbereiche können die tariflichen Ausbildungsvergütungen gegliedert nach Ausbildungsjahren abgerufen werden. Dabei werden auch die Unterschiede nach Bundesländern und Regionen sowie zwischen gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden aufgezeigt. Der Service ist kostenlos, die Daten werden ständig aktualisiert.
(Quelle: WSI)


Weitere Informationen:
www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_2272.htm

2017-07-17