Bayerischer Brauerbund: Bierexport sorgt für erfreuliches Branchenwachstum

München. – Erfreuliche Absatzzahlen konnte der Bayerische Brauerbund für das Jahr 2017 verbuchen. Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes und Inhaber der privaten Weißbierbrauerei G. Schneider und Söhne in Kelheim, erläuterte auf der Jahrespressekonferenz warum das so ist und welche Aufgaben auf die bayerische Braubranche 2018 zu kommen.

Präsident des Bayerischen Brauerbundes Georg Schneider. Foto: Brigitte Karch

Der Gesamtbierabsatz im In- und Ausland konnte im zurückliegenden Jahr um 1,3% auf 23,8 Mio. Hektoliter gesteigert werden. Der Absatz Alkoholfreier Biere, ein mittlerweile eigenständiges Segment im Biermarkt, brachte es auf rund 2 Mio. Hektoliter. Die neuerlich Zunahme der Exportmenge erhöhte sich um 5,8% auf insgesamt 5,2 Mio. Hektoliter. Insgesamt produzierte damit die bayerische Brauwirtschaft rund 25,8 Mio Hektoliter. Schneider führte diese positive Entwicklung vor allem auf weitere Exporterfolge der bayerischen Brauer zurück. Aber auch das steigende Verbraucherbewusstsein für Geschmacksunterschiede verschiedener Bierspezialitäten habe dazu beigetragen, das traditionell bayerische Bierspezialitäten in anderen Bundesländern zunehmend beliebt sind.

Wichtigste Exportmärkte sind nach wie vor Italien und Belgien. Allerdings China, bislang das drittwichtigste Zielland, bescherte bayerischen Brauern erhebliche Mengenverluste und sinkende Erlöse.

Wir exportieren mit Bayerischem Bier auch ein Stück bayerisches Lebensgefühl! Bayerisches Bier ist Teil des kulinarischen Erbes Europas. Präsident des Bayerischen Brauerbundes Georg Schneider

 

“Jedes vierte, in Deutschland produzierte Bier kommt aus Bayern. Jedes dritte exportierte Bier kommt aus Bayern. Der Export bayerischer Biere sorgt mit dafür, dass es den bayerischen Brauereien gut geht.,” so Dr. Lothar Ebbertz. Foto: ©Brigitte Karch

Trotz steigender Absatzmengen bleibe die wirtschaftliche Lage der Branche schwierig. Unverminderter Verdrängungswettbewerb via heftiger Preiskämpfe im Biermarkt führe zu anhaltender Konzentration im Handel. Georg Schneider: „Knapp 72% der im deutschen Einzelhandel abverkauften nationalen Pilsmarken werden zu Sonderangebotspreisen verschleudert!“ Wenig zufriedenstellende Erlöse seitens der bayerischen Brauereien, und steigende Aufwendungen und Kosten insbesondere im Mittelstand, habe zum Verlust vieler Traditionsbrauereien geführt.

Der Herkunftsschutz „Bayerisches Bier g.g.A.“, vom Bayerischen Brauerbund bereits vor 25 Jahren bei der EU beantragt, und 2001 vom Ministerrat der EU zugestimmt, müsse nun auch von der EU konsequent ausgedehnt und im Rahmen von Freihandelsabkommen geschützt werden, „damit er in den aktuell schnell wachsenden Märkten nicht zum Muster ohne Wert wird“, betonte der Präsident.

Kritisch äußert sich Schneider zu den bürokratischen Anforderungen an Brauereien, die einen immer größeren Zeitaufwand erfordern. Gemeinsam mit dem Beauftragten für Bürokratieabbau der Staatsregierung soll hier Abhilfe geschaffen werden. Die Ergebnisse eine Mitgliederumfrage des Bayerischen Brauerbundes werden zusammengestellt und der Geschäftsstelle des Beauftragten für Bürokratieabbau übergeben.

Erneut warnte Schneider vor einer Überregulierung bei der Alkoholmissbrauchsbekämpfung. Die seit Jahren verhaltenspräventive, aufklärende Maßnahmen haben positive Wirkungen – vor allem bei Kindern und Jugendlichen – gezeigt. Weiteren Verboten und Einschränkungen eine klare Absage.

 

Bayern hat mit 624 betriebenen Braustätten die meisten Sudhäuser in Deutschland. Über 40 verschiedene traditionelle Biersorten werden in Bayern gebraut. Mit ca. 4.000 bayerischen Marken sind ca. 70% aller deutschen Biermarken im Freistatt beheimatet. Grafik: Bayerischer Brauerbund

 

Oberfranken ist mit 25,4% aller bayerischen Braustätten (173) unverändert die Nummer Eins. Gefolgt Oberbayern (139 Braustätten), Schwaben (87 Braustätten), Niederbayern (71 Braustätten) sowie Mittelfranken (69 Braustätten) und Unterfranken (62 Braustätten). Grafik: Bayerischer Brauerbund

 

Im vergangenen Jahr braute die amtierende Bayerische Bierkönigin Lena Hochstraßer zusammen mit weiteren ehemaligen Bayerischen Bierköniginnen ein eigenes „Bierköniginnenbier 2017. Bei dem dunklen Weißbier handelte es sich um ein Vollbier alk. 5,6% vol. Es wurden 500 l in der Mühlfeldbrauerei Bad Tölz gebraut, ausgeschenkt in einem eigens kreierten Weißbierglas. Foto: ©Brigitte Karch

Bayerische Bierkönigin 2018 – jetzt bewerben!

Die amtierende Bayerische Bierkönigin Lena Hochstraßer rief anlässlich der Jahrespressekonferenz des Bayerischen Brauerbundes bierbegeisterte Damen ab 21 auf, sich um ihre Nachfolge zu bewerben. Unter dem Motto „Willst Du Bayerns Königin werden“ sind Interessentinnen eingeladen, noch bis zum
12. Februar ihre Bewerbung einzureichen. Am 3. Mai endet ihre Amtszeit. Im Rahmen einer glanzvollen Biergala wird dann die Bierkönigin 2018/2019 gekürt, die dann ein Jahr lang das Bayerische Bier und die Tourismusregion „Bierland Bayern“ vertritt.
bk.

 

Weitere Informationen:
www.bayerisches-bier.de

Titelbild (vor dem Hintergrund der Grafik „Braustätten in Bayern 2017 des Bayerischen Brauerbundes, im Uhrzeigersinn): Präsident Georg Schneider, Bayerische Bierkönigin Lena Hochstraßer, Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Ebbertz und Geschäftsführer Walter König, der die Jahrespressekonfenz moderierte. Fotos: ©Brigitte Karch