Deutsches Krebsforschungszentrum: Tabakrauchbelastung in deutschen Gastronomiebetrieben und in Fernreisezügen beträchtlich


Die Messungen wurden in Berlin, Hannover, Bremen, Erfurt, Dresden, Köln, Münster, Frankfurt, Stuttgart und München erstellt und stellen den deutschen Beitrag einer weltweiten Studie dar, an der sich 24 Länder beteiligten. “Die Gesundheitsbelastung in der deutschen Gastronomie und in Fernreisezügen ist derart gravierend, dass Mitarbeiter und Gäste eigentlich Schutzmasken mit Luftfilter tragen müssten”, fasst die Herausgeberin der Publikation, Dr. Martina Pötschke-Langer, die Ergebnisse zusammen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum nimmt diese Messungen zum Anlass, um in einem Memorandum den Gesundheitsschutz der Bevölkerung einzufordern: “Die Gesundheitsgefährdung durch Passivrauchen ist wissenschaftlich derart gut belegt, dass der Gesetzgeber sofort handeln muss”, erklärt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums: “Gemeinsam mit über fünfzig führenden wissenschaftlichen und medizinischen Fachgesellschaften und Gesundheitsorganisationen erklären wir nachdrücklich, dass es ein Gebot der Stunde ist, die Bevölkerung – und insbesondere die Mitarbeiter in der Gastronomie und in Zügen – durch ein Bundesgesetz zu schützen und Rechtssicherheit zu schaffen”.

Hinsichtlich einer vehement geführten Diskussion in der Öffentlichkeit kommt das Deutsche Krebsforschungszentrum zu folgender Schlussfolgerung:
“Die Einführung einer rauchfreien Gastronomie führt zu keinen Umsatzeinbußen und zu keinem Abbau von Arbeitsplätzen. In vielen Ländern steigen stattdessen Umsätze, Gewinne und Beschäftigung. Zu diesen Ergebnissen kommen internationale Untersuchungen aus Europa wie auch aus den USA. Ferner zeigt sich auch in der Bevölkerung eine mehrheitliche Zustimmung für eine rauchfreie Gastronomie, die nach Einführung der Gesetzesinitiative weiter ansteigt. Alle Behauptungen von Kritikern rauchfreier Bars und Restaurants können demnach widerlegt werden: Gesetzliche Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste vor Passivrauchen haben keine nachteiligen wirtschaftlichen Konsequenzen zur Folge.”

Weitere Informationen:
|www.tabakkontrolle.de|
|www.dkfz.de|