Kalender 2019: Bayerische KARToffel

München. – Fünf Jahre lang war der bayerische Kartoffelkalender auf „erotisch“ getrimmt – jetzt haben die Kalendermacher die Buchstabenkombination ART entdeckt und die Weichen für die Kunst gestellt.

Der Kalender 2019 ist im Fotostudio Dominik Parzinger entstanden und zeigt zwölf junge Damen und Herren aus bayerischen Kartoffelanbaugebieten vom Raum Aichach bis Erding. Im Januar eröffnet die amtierende Kartoffelkönigin Ramona Glöckl – ihr Lieblingsgericht ist Kartoffelgratin – aus Karlshuld den Jahreskreis. Ihr Diadem strahlt mit ihrem Lächeln und den abgebildeten Kartoffelblüten um die Wette. Das Motiv der Kartoffelblüte – sie ist ja auch eine Schönheit, schließlich hat man am Beginn der deutschen Kartoffelkarriere während der Regentschaft von Friedrich II. die dekorativen Blüten in die Vase gestellt und die Knolle links liegen gelassen – das Motiv der Kartoffelblüte also zieht sich durch die das ganze Jahr und schmückt die Fotos vieler schöner bayrischer Madl und knackiger Buam (wobei sich das September-Modell viel Mühe gibt, Erotik in seinen Blick zu zaubern).

Spaß beiseite. Die bayerischen Anbaugebiete sind in diesem vor allem in Ostdeutschland von Dürre und Hitze geprägten Sommer glimpflich weggekommen.

Kartoffelbauer Norbert Ziegler, Vorsitzender der Genossenschaft Neuburg-Schrobenhausen, spricht von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlichen Ernteergebnissen je nach Niederschlagsmenge. Franken und Ostbayern seien durchaus von Trockenheit betroffen. Mit höheren Preisen sei aber kaum zu rechnen. Um höchstens 10 bis 15 Cents könnten sich die Kiloverkaufspreise erhöhen.

Ein Landwirt bekommt zwischen 20 und 25 Cents pro Kilogramm.

Es gibt rund 150 Sorten Speisekartoffeln. Die marktbeherrschenden Lebensmittelketten bieten durchschnittlich zehn Sorten an. „Supermärkte machen alles kaputt“, sagt Norbert Ziegler, „es zählt nur noch die makellose Optik“.

Auf Wochenmärkten und in der Direktvermarktung sei hingegen mehr Nachfrage zu ungewaschenen Kartoffeln auch ohne perfekte „Symmetrie“ zu beobachten. „Sie halten länger und schmecken besser“. Ohne die Direktvermarkter wäre auch wohl die beliebte Sorte „Linda“ verschwunden. „Aber Linda ist gerettet und in der Direktvermarktung zu haben.“ Immer mehr Nachfrage erfreuten sich festkochende Sorten.

Zu den begehrten „besonderen Sorten“ zählen u.a. die Bamberger Hörnchen, der Blaue Schwede (eine alte, mehlig kochende Sorte mit lila Farbe, die ein tolles violettes Püree ergibt) und die festkochende Cheyenne mit tiefroter Schale und intensiv gelbem Fruchtfleisch.

Während der Vorstellung des Kartoffelkalenders wurden die Gäste mit sahniger Kartoffelsuppe, tollen Kartoffel-Maultaschen und – Überraschung! – superguten Kartoffellebkuchen verwöhnt. Die Knolle ist eben wirklich toll und hat es rezepttechnisch in sich.
Autorin: Doris Losch

Weitere Informationen:
www.bayerische-kartoffel.de