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5. Bayerische Ernährungstage: Verbraucher wollen transparente Lebensmittelherstellung

Full House im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München. Dort fand am 22. Juni 2017 zum Auftakt der 5. Bayerischen Ernährungstage das Fachsymposium „Wo kommt mein Essen her? Transparenz vom Feld bis auf den Teller“ statt. Am 25. Juni folgt ein großer „Erlebnistag der Ernährung“ im Staatsministerium, bei dem Ernährung mit allen Sinnen erlebbar gemacht wird.

Bildunterschrift (o.): Die von Moderator Florian Schrei geführte Podiumsdiskussion stand unter dem Titel „Vom Feld bis zum Teller – Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette“. Foto: © KErn

 

Die Referenten beleuchteten in ihren Vorträgen die zentrale Frage „Wo kommt mein Essen her?“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln, stellten aktuelle Studien sowie Verbraucherumfragen vor und berichteten von internationalen Leuchtturmprojekten.

„Die Resonanz auf unsere Einladung aus der Fachwelt war enorm; wir waren sehr schnell ausgebucht und hatten sogar eine Warteliste. Das hat uns gezeigt, dass wir mit dem diesjährigen Motto der Ernährungstage den Nerv der Zeit exakt getroffen haben. Die Frage beschäftigt aktuell alle Meinungsführer, Multiplikatoren und Wissenschaftler der Ernährungs- und Lebensmittelbranche. Alle suchen nach Antworten und Lösungen, wie viel Transparenz der Verbraucher wirklich will und wie wir der Entfremdung der Verbraucher von der Lebensmittelherstellung entgegenwirken können.

Mit den Vorträgen und Podiumsdiskussionen konnten wir den Teilnehmern neue Impulse vermitteln und haben sicherlich einige der dringlichsten Fragen durch die Referenten beantwortet“, zieht Rainer Prischenk, Leiter des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn), eine erste Bilanz.

Der Vormittag drehte sich um Wünsche, Wahrnehmung und Wirklichkeit bei der Herkunft unserer Lebensmittel. So sprach beispielsweise Barbara Scheitz von der Andechser Molkerei über eine realitätsfremde Bauernhofidylle, die Verbrauchern durch Werbebotschaften vorgegaukelt würde und die zu einer Entfremdung vom Ursprung der Lebensmittelt führt. Soziologe Dr. Daniel Kofahl, Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur, widmete sich in seinem Vortrag den Ursprüngen unserer Lebensmittel und warf damit einen kulturwissenschaftlichen Blick auf das Essverhalten und die Entfremdung der Ernährung in der Gegenwart und Zukunft.

Prof. Dr. Mirjam Jaquemoth, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, stellte zwei Kooperationsprojekte vor: Strukturdaten der Gemeinschaftsverpflegung (2015) sowie eine Analyse von unterrichtsbegleitenden Materialien und Schulbüchern auf fachliche Richtigkeit (2016). Eine der Thesen bei der Analyse wurde bestätigt: 25 Prozent der unterrichtsbegleitenden Materialien aus dem Themengebiet Ernährung wiesen deutliche fachliche Mängel auf. Zudem sind die im Einsatz befindlichen Schulbücher oft nicht auf dem neuesten Stand und behandeln das Thema Lebensmittelherstellung zu sehr aus Verbrauchersicht mit der auch von Frau Scheitz angesprochenen verklärten Darstellung. Damit werden schon in den Schulen falsche Wissensgrundlagen gelegt.
(Quelle: Kern)


Weitere Informationen:
www.kern.bayern.de

2017-06-25