Klosterbrauerei Andechs erneut mit erfolgreicher Öko-Auditierung

 

Andechs. – Frohe Botschaft für die Klosterbrauerei Andechs: sie erhielt erneut die ÖkoAuditierung nach den strengen EMAS – Richtlinien. Anlass genug, um die Fachpresse zur Vorstellung der Umwelterklärung 2017 auf den Heiligen Berg zu bitten.

Um es vorweg zu nehmen: das jahrelang konsequent betriebene Umweltmanagement hat abermals zu erfreulichen Ergebnissen der Ökobilanz der Klosterbrauerei geführt. Dies wurde nunmehr mit EMAS (steht für „Eco-Management Audit Scheme“), eines der weltweit anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement, bestätigt.

Die Klosterbrauerei investierte weit über 1 Mio. Euro, was zur Senkung ihres gesamten Energieverbrauchs seit 2012 um weitere 7 Prozent führte – und das trotz Umbaumaßnahmen und Einführung des alkoholfreien Weißbieres. Damit zählt die Klosterbrauerei Andechs als einzige Brauerei mit einem klösterlichen Eigentümer zu den derzeit 25 von rund 650 mittelständischen und großen Brauereien in Deutschland, die dieses EMAS-Audit erfolgreich absolviert haben.

Vor rund 17 Jahren hat die Klosterbrauerei damit begonnen, die klösterliche Philosophie der Nachhaltigkeit in ein Umweltmanagement zu gießen, also professionalisiert, um anhand verbesserter Messdaten genauere Kennzahlen zu erhalten. Foto: ©Brigitte Karch
Christian Rieger, Kaufmännischer Leiter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe. Foto: ©Brigitte Karch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christian Rieger, Kaufmännischer Leiter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe (r.), verwies auf die benediktinische Tradition der Nachhaltigkeitsinitiative, ein Grundsatz, der seit über 550 Jahren besteht. Vor über 10 Jahren hat man sich entschlossen, den Ressourcenverbrauch zu senken, um somit „die Bewahrung der Schöpfung in der unmittelbaren Umgebung zu erhalten und in die Anlage investiert – mit Blick auf die nächsten Generationen.“

 

 

Gemäß der Benediktinerregel ist der schonende Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen fest in der Unternehmensphilosophie der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe am Heiligen Berg verankert.

 

Dr. Reiner Beer (via Skype), Auditor/Umweltgutachter und Geschäftsführer der Intechnica Cert. Foto: ©Brigitte Karch

Dr. Reiner Beer (via Skype), Auditor/Umweltgutachter und Geschäftsführer der Intechnica Cert, der die Klosgterbrauerei zertifiziert hat. „Ich finde es wichtig, dass gerade ein traditionsreiches Mittelstandsunternehmen wie die Klosterbrauerei Andechs nicht nur Nachhaltigkeit propagiert, sondern auch in nachweisbare Prozesse umsetzt. Wer sich systematisch an die Öko-Auditierung heranmacht, bekommt von diesem Zeitpunkt an verlässliche Zahlen, also Indikatoren wie etwa Stromverbräuche, Einsatz modernster Kältemittel, Gebäude-Umwelt (z.B. bauen im Holzstil und einfügen in die Landschaft). Auf Grund dessen lassen sich langfristige Betrachtungen anstellen.“

 

 

 

Für den Betriebsleiter der Klosterbrauerei, Alexander Reiss. Foto: ©Brigitte Karch

 

Für den Betriebsleiter der Klosterbrauerei, Alexander Reiss, ist die erneute EMAS-Zertifizierung vor allem Ansporn, die „hohe Qualität des Bieres zu gewährleisten und an der Optimierung der technischen Abläufe ständig dranzubleiben. Die erneute Zertifizierung zeigt uns, dass wir auch mit den geplanten großen Umbaumaßnahmen für die nächsten Jahre auf dem richtigen Weg sind. Wir sind dankbar, dass unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Weg mit uns gehen.“ (siehe auch facebook.com/dagusta/video)

 

 

 

Philipp Poferl von der Arqum GmbH. Foto: ©Brigitte Karch

 

Philipp Poferl von der Arqum GmbH berät das Kloster Andechs auf seinem Weg zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise und vor allem zum betrieblichen Umweltschutz. Eine Öko-Auditierung nach EMAS bedeutet unter anderem auch Rechtssicherheit. Die Frage „Was ist umweltfreundlich“ muss dedoch jeder Betrieb für sich selbst beantworten

 

 

Millionen Investment

Seit 2012 hat die Klosterbrauerei im Bereich Energieeffizienz weiter massiv investiert, um umweltschonende Produktionsprozesse noch effektiver zu gestalten. Das hat sich beispielsweise beim Gesamt-Energieverbrauch bemerkbar gemacht. So konnte seit 2012 von über 47 Kilowattstunden (kWh) auf unter 44 kWh pro Hektoliter (hl) reduziert werden. Das sind über 3 kWh pro hl oder 7 Prozent weniger. Der Stromverbrauch ging von fast 10 kWh pro hl 2012 auf knapp unter 9 kWh pro hl 2016 (den Stromverbrauch der Elektrostapler eingerechnet) zurück. Das sind über 10 Prozent weniger. Dieser Rückgang im Vierjahresvergleich ist umso erfreulicher, als drei Hochdruckpumpen der Entalkoholisierungsanlage hinzugekommen und neue Elektrostapler angeschafft worden sind.
Darüber hinaus konnte der Dieselverbrauch der Stapler pro produziertem hl Bier seit 2012 um fast zwei Drittel gesenkt werden. 2016 ist der Verbrauch von Erdgas im Vergleich zu 2012 um über 3 Prozent auf unter 34 kWh pro hl gesunken. Was, so die Klosterbrauerei, auf eine effizientere Gestaltung der Brauprozesse und eine weiter optimierte Gebäudeheizung zurückzuführen ist.

Umweltfreundlichere Alternativen bei Reinigungsmitteln

In puncto Reinigungsmittel ist durch den Wechsel auf umweltfreundlichere Alternativen – ab 2015 wurde keine Mono-Bromessigsäure mehr eingesetzt – der absolute Verbrauch gegenüber 2012 zwar gestiegen, das Risiko einer Umweltbeeinträchtigung aber deutlich gesunken. Der Wasserverbrauch 2016 ist gegenüber 2012 zwar von 510 Liter auf 570 Liter Wasser pro 100 Liter produziertem Bier gestiegen. Gründe dafür sind eine noch konsequentere Reinigung. Hauptursache ist allerdings die Entalkoholisierungsanlage, die als Wasserverbraucher für die Herstellung des alkoholfreien Weißbieres hinzugekommen ist.

 

Die Klosterbrauerei am Heiligen Berg gehört zu den wenigen Brauereien in Bayern, die CO2 aus dem Gärungsprozess auffängt und mit einer hochmodernen CO2 – Rückgewinnungsanlage bis zu einer Reinheit von über 99% aufbereitet und wiederverwendet. Foto: ©Brigitte Karch

 

Auf intakte Umwelt angewiesen

Das Kloster Andechs ist ältester Wallfahrtsort Bayerns. Jährlich besuchen etwa eine Millionen Menschen den Heiligen Berg. Zudem versteht sich das Kloster als Produzent hochwertiger Lebensmittel. Ökonomisches und ökologisches Handeln sind daher für das Kloster selbstverständliche Basis der täglichen Arbeit.

Finanziell tragen die Wirtschaftsbetriebe das gesamte soziale und kulturelle Engagement des Klosters in München und Andechs, und zwar ohne Mittel aus der Kirchensteuer.
(Quelle: Klosterbrauerei Andechs)/Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.andechs.de/nachhaltigkeit

Titelbild: Die Klosterbrauerei besteht auch 2017 das EMAS Öko-Audit. (v.l.): Philipp Poferl (Arqum GmbH), Christian Rieger (kaufmännischer Leiter der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe), Alexander Reiss (Betriebsleiter Klosterbrauerei) und Andreas Weikenstorfer (Umweltmanagement-Beauftragter der Klosterbrauerei). Foto: ©Brigitte Karch