Münchner Oktoberfest: Kabarettistin Franziska Wanninger lobt „mädchenhaften Wiesn-Krug“

 

 

 

 

Die Kabarettistin war von den Festwirten dazu auserkoren worden, die diesjährige Lobpreisung des Kruges – Krugrede – zu halten.

Als Schülerin des weltberühmten Lee Strasberg Theatre and Film Institutes weiß sie Pointen zu setzen. Als Münchnerin versteht sie sich ganz ausgezeichnet aufs Derblecken.

Typische Wiesn-Typen wurden von ihr aufs Korn genommen: eine schwäbische Touristin, welche die sechs Euro Eintritt für die Oide Wiesn – die ja in diesem Jahr nicht stattfindet – zurücklegt für 2017, der großmäulige Preiß, die Wiesn-Bedienung mit dem Herz auf dem rechten Fleck, die aber immer der Einfachheit halber grundsätzlich Hendl und eine Maß dazu serviert, ein Italiener, der belle ragazzi und birra liebt, die Lifestyle-Bloggerin, die mit ihrem Chihuahua auf das Oktoberfest geht und sich im Make up-Tutoring auskennt und last but not least der Münchner als solcher. Er mog die Wiesn, aber d’Leit ned.

Der Wiesn-Krug wurde von Susanna Schneider und Linda Sophia Schultheis, Studierende der Designschule entworfen (wir berichteten). Krug-Hersteller ist Rastal. Die Auflage beträgt rund 70.000 Stück. Es gibt ihn mit und ohne Zinndeckel.

Seit 2011 ziert den Zinndeckel des Keferlohers ein „Münchner Original“. 2016 ist der Schauunternehmer Carl Gabriel (1857 – 1931) an der Reihe. Carl Gabriel verdankt die Wiesn u. a. das “Teufelsrad“ und die erste Steilwand. Auch das Hippodrom geht auf ihn zurück. 1903 hat er das Festzelt als „“chinesisches Hippodrom“ eröffnet.

Aufgelegt werden die Krüge seit 1978. Die komplette Reihe ist Sammlern bereits eine vierstellige Summe wert.

Die Präsentation fand im Bräurosl-Zelt von Georg Heide statt und nicht wie bisher in Toni Roiderers Hackerzelt („Himmel der Bayern“). Weil dieses 2016 neu und ganz besonders toll ist, wird dort noch eifrig gewerkelt. Der Presse-Ansturm zum Krug-Event hat noch nicht gepasst.
Doris Losch

 

 

Weitere Informationen:
www.oktoberfest.eu

 

Titelbild: Das neue Wiesn-Krug-Motiv von Susanna Schneider und Linda Sophia Schultheis, Studierende der Münchner Designschule